03.07.2026

Neuzugang bei Justitia 4.0: Im Gespräch mit Urban Tscharland

Seit Juni leitet Urban Tscharland das Projekt der Justizakte-Applikation (JAA). Im Interview spricht er über seinen beruflichen Werdegang, seine Motivation für den Wechsel zu Justitia 4.0 sowie über die Herausforderungen, die mit der Umsetzung eines so anspruchsvollen Projekts verbunden sind.

Vom Historiker zum IT-Projektleiter – ein eher ungewöhnlicher Weg. Kannst du dich kurz vorstellen?

Ursprünglich habe ich eine technische Lehre gemacht. Aus Interesse an einer guten Grundbildung habe ich danach die Matura auf dem 2. Bildungsweg nachgeholt und anschliessend – ohne berufliches Ziel vor Augen – Geschichte und Philosophie studiert. Dort habe ich gelernt, komplexe Konzepte zu verstehen und zu entwickeln. Diese Fähigkeit habe ich in meinen beruflichen Stationen vom Controlling zur Strategieentwicklung zum Leiten von grossen Projekten immer wieder einbringen können. Als Ergänzung zum geisteswissenschaftlichen Studium habe ich später noch ein MBA / eMBA gemacht, um mir fundiertes Wirtschafts- und Management-Knowhow zu holen.

 

Was hat dich motiviert, zu Justitia 4.0 zu wechseln und die Selbständigkeit aufzugeben?

Es hat mich gereizt, wieder Teil eines Teams zu werden. Als externer Projektleiter darf man sich nach getaner Arbeit jeweils wieder verabschieden und kann sich dann in einem neuen Projekt in neue Welten vertiefen. Das langfristige Abtauchen in ein vielschichtiges Thema gefällt mir. Ich hatte Lust, parallel zum Projekt auch die Betriebsorganisation aufzubauen und einzuführen.

 

Was hat dich besonders an der Rolle als JAA-Projektleiter gereizt?

Ich finde das Justizumfeld spannend; zudem bin ich ein Anhänger der vielfältigen föderalen Struktur und in der Schweiz. Die im Gegensatz zu anderen Ländern dezentrale Ausrichtung erachte ich als Stärke. Die JAA muss in der Lage sein, unterschiedliche Strukturen abzubilden. Das ist eine interessante Herausforderung.

 

Du bist erst seit kurzer Zeit bei uns: Was sind deine ersten Eindrücke?

Ich habe viele motivierte und interessante Menschen kennengelernt. Wie erwartet befinde ich mich in einem komplexen Umfeld mit vielen Stakeholdern und muss bereits jetzt gut priorisieren, wofür ich meine Arbeitszeit am sinnvollsten einsetze.

 

Was ist aus deiner Sicht entscheidend, um ein komplexes Projekt erfolgreich umzusetzen?

Meiner Erfahrung nach ist es zentral, im Projektteam am gleichen Strang zu ziehen und sich gut abzustimmen. Projekte scheitern selten an der Technik; sie scheitern dann, wenn es nicht gelingt, Anforderungen oder Erwartungen mit dem effektiv Machtbaren abzugleichen. Gute Kommunikation und klar vereinbarte Ziele sind zentral.

 

Was motiviert dich in deinem Arbeitsalltag?

Ich mag die Kombination von Austausch, Diskussionen im Wechsel mit konzeptionellen Arbeiten. Es motiviert mich, wenn ich sehe und spüre, dass es vorwärts geht, wenn Teams besser werden, Prozesse eingespielt sind.

 

Worauf möchtest du in einigen Jahren bei Justitia 4.0 besonders stolz zurückblicken können?

Dass es uns gelungen ist, die JAA erfolgreich bei den Behörden einzuführen und zu verankern.

 

Mit welchen Aktivitäten tankst du nach einem Arbeitstag wieder Energie?

Ich schwimme regelmässig. Wenn ich in einem Hallenbad oder bevorzugt in einem Freibad meine Längen gezogen habe, bin ich wieder ein neuer Mensch. Es ist, als hätte ich einen Reset-Knopf gedrückt.

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