Der Change-Barometer ermöglicht es dem Projektteam zu verstehen, wie sich die Beteiligten in der digitalen Transformation der Justiz engagieren, wo noch Fragen oder Unsicherheiten bestehen und in welchen Bereichen zusätzlicher Unterstützungsbedarf besteht. Dieses regelmässige Monitoring erlaubt es, die Entwicklung des Projekts zu verfolgen und bildet eine Grundlage für die Definition möglicher Begleitmassnahmen.
Insgesamt wurden 390 Personen zur Teilnahme eingeladen, 164 haben geantwortet.
Die Umfrage behandelte mehrere zentrale Dimensionen des Transformationsprozesses, insbesondere die Klarheit des Zielbilds, die Unterstützung durch das Projektteam Justitia 4.0, die Kommunikation, die Veränderungsbereitschaft in den Teams sowie das Engagement der Führungskräfte.
Wichtigste Erkenntnisse
Die Ergebnisse zeigen insgesamt eine stabile Entwicklung und leichte Verbesserungen über alle Dimensionen hinweg.
· Die Werte liegen zwischen 4,6 und 5,4 auf einer Skala von 1 bis 6, was darauf hinweist, dass das Projekt breit akzeptiert wird und die Zustimmung weiter zunimmt.
· Das Projektteam Justitia 4.0 wird insgesamt als unterstützend und engagiert wahrgenommen. Die Teilnehmenden wünschen sich jedoch mehr Begleitung, die stärker auf die spezifischen Bedürfnisse der Zielgruppen eingeht und näher an der Praxis ist.
· Die Kommunikation rund um das Projekt wird als transparent und hilfreich beurteilt. Gleichzeitig wünschen sich die Befragten noch mehr klare und konsistente Botschaften, die stärker mit Praxisbeispielen illustriert werden.
· Das Engagement und die Bereitschaft zur Mitwirkung bleiben in den Justizbehörden hoch. Bestehende Unsicherheiten stehen vor allem im Zusammenhang mit neuen digitalen Arbeitsweisen und mit Arbeitsabläufen, die in den kommenden Jahren angepasst werden müssen.
Massnahmen
Die Ergebnisse des Change-Barometers zeigen mehrere Unterstützungsbedürfnisse bei der Umsetzung der digitalen Transformation auf. Auf dieser Grundlage werden verschiedene Massnahmen umgesetzt.
Unterstützung der Justizbehörden bei der Anpassung ihrer Arbeitsabläufe
Die Antworten zeigen einen Bedarf an Begleitung bei der Gestaltung neuer Arbeitsabläufe sowie Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Digitalisierung. Um darauf zu reagieren, werden die bestehenden Angebote zur Transformationsbegleitung stärker auf die unterschiedlichen Nutzergruppen ausgerichtet.
Auch die Kommunikation wird verstärkt, um daran zu erinnern, welche Leistungen im Rahmen des Projekts von den Justizbehörden selbst zu erbringen sind.
Austausch zwischen Justizbehörden der verschiedenen Kantone stärken
Die Ergebnisse zeigen zudem ein wachsendes Bedürfnis nach Dialog und Erfahrungsaustausch zwischen den Justizbehörden. Die bestehenden Austauschformate werden deshalb überprüft und weiterentwickelt, um den Bedürfnissen besser gerecht zu werden.
Die Projektverantwortlichen der Justizbehörden werden zudem stärker in die Arbeiten einbezogen, um die Zusammenarbeit und das Engagement der verschiedenen Institutionen zu stärken.
Schulungen und Wissen zu den neuen Instrumenten ausbauen
Die Befragten äussern einen deutlichen Bedarf an konkreten Informationen und Klärungen zu den zukünftigen Instrumenten und Abläufen. In diesem Zusammenhang werden die Schulungs- und Einführungskonzepte für die Plattform justitia.swiss und die Justizakte-Applikation (JAA) in den Pilotkantonen getestet und anschliessend schrittweise weiterentwickelt.
Parallel dazu werden Massnahmen ergriffen, um die Endnutzerinnen und Endnutzer – insbesondere die Mitarbeitenden der Gerichtskanzleien und Staatsanwaltschaften – auf die Nutzung der Plattform vorzubereiten, beispielsweise durch praxisorientierte Leitfäden.
Ausblick: sechstes Change-Barometer
Die sechste Ausgabe des Change-Barometers ist für den Winter 2026/2027 geplant. Es soll verfolgt werden, wie sich die Erwartungen in den kommenden Phasen der konkreten Umsetzung des Projekts weiterentwickeln – insbesondere im Zusammenhang mit dem Inkrafttreten des BEKJ.