Strafjustizzentrum in Muttenz, Kanton Basel-Landschaft. 18 Personen finden sich anfangs Mai in einem Schulungsraum ein. Jeder Tisch ist ausgerüstet mit zwei Bildschirmen, einer Tastatur, Docking-Station, den Laptop bringen alle selbst mit. Geschult wird die Testgruppe, d.h. Mitarbeitende der Staatsanwaltschaft, welche die JAA in den nächsten Wochen ausgiebig testen und sich mit ihr vertraut machen werden.
Das Projekt Justitia 4.0 verfolgt den "Train-the-Trainer"-Ansatz. Balawijitha Waeber, Projektleiterin Transformation erklärt diesen Ansatz so: "Wir wollen das Wissen über die JAA in die Justizbehörden tragen, indem wir Mitarbeitende schulen. Denn die Ressourcen des Projekts lassen es nicht zu, sämtliche Nutzerinnen und Nutzer in das Arbeiten mit der JAA einzuführen."
Nicole Joos, Product Owner JAA, Marija Markovic, Kundenberaterin Basel-Landschaft und Viktoria Czanek, Senior Projektmanagerin und Business Analystin des österreichischen Bundesministeriums für Justiz, unterstützt durch weitere Mitarbeiterinnen des Transformationsteams Justitia 4.0 führen durch die Schulung. Im Vorfeld haben alle Teilnehmenden bereits ein Video mit einem ersten Einblick in die Arbeit mit der JAA erhalten. Sie haben Zugriff auf die JAA und arbeiten an ihren Bildschirmen, während sie den Bildschirm der Schulungsleiterinnen auf der grossen Leinwand sehen. Die Erläuterungen werden durch kurze Übungen unterbrochen, um das Gelernte gleich anzuwenden. Es wird konzentriert gearbeitet und geübt. Es werden zahlreiche Fragen gestellt, und die Teilnehmenden helfen sich gegenseitig. Aufgaben werden im Taskmanagement erstellt und zugeteilt.
Am ersten Schulungstag geht es um das Verfahrensdatenmodul, das Taskmanagementsystem, das Aktensystem mit der Dossierverwaltung sowie das Verakten neuer Dokumente. Am zweiten Tag steht das Arbeiten mit den digitalen Akten im Fokus: Textstellen werden mit verschiedenen Werkzeugen markiert oder geschwärzt, Notizen und Schlagwörter angebracht und Lesezeichen gesetzt. Zur Vorbereitung einer Verhandlung kann eine Übersicht der eigenen Notizen und von markierten Stellen in einem Aktenspiegel zusammengestellt werden. Geübt wird zudem die Suche und Filterung in einzelnen Dokumenten oder über alle Dokumente in einem Dossier hinweg.
Die Rückmeldungen zur Schulung sind positiv, die Erwartungen erfüllt. Einige Teilnehmende meinten, dass 1,5 Tage für die Vermittlung der Informationen ausreichend gewesen wären. Die verständlichen Erläuterungen, die Geduld und die Hilfsbereitschaft der Schulungsleiterinnen wurden sehr geschätzt. "Unsere Fragen, Bedenken oder Unklarheiten wurden ernst genommen. Es wurde immer versucht, unsere Fragen zu beantworten", war eine der Antworten in der Evaluation.
Viele der Teilnehmenden sehen die JAA in diesen zwei Tagen zum ersten Mal. Der Tenor zum neuen Arbeitsinstrument ist positiv. Im Gespräch meint ein Teilnehmer, dass ihm die JAA gefalle und sie intuitiv zu bedienen sei. Gleichzeitig betont er, dass die 2-tägige Schulung ausreichend sei, um das erhaltene Wissen an Kolleginnen und Kollegen weiterzugeben. Daniel Stehlin, Staatsanwalt und Leiter der Zentralen Dienste ist unter anderem begeistert vom Aktenspiegel:" Heute erfasse ich meine Notizen für eine Verhandlung manuell in einem Excel-Dokument. Mit dem Aktenspiegel kann ich schnell meine Markierungen, Notizen etc. in diese Tabelle ziehen. Das bedeutet einen enormen Effizienzgewinn für mich."
Marija Markovic, Kundenberaterin und Schulungsleiterin meint nach den zwei Tagen zufrieden, dass die Stimmung sehr gut und alle motiviert gewesen seien. Die Begeisterung über die JAA sei mit jeder neuen Anwendungsmöglichkeit, die sie gezeigt habe, gestiegen.
Die Schulung war eine sehr gute Einführung mit spannenden Einblicken in die JAA. Die beiden Schulungstage haben Lust auf mehr gemacht. Ich freue mich auf die Pilotierung.
Nach den zwei Schulungstagen werden die Teilnehmenden in den kommenden Wochen in der PreProd-Umgebung der JAA der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft die JAA testen, ausprobieren und sich weiter vertraut machen mit dem neuen digitalen Arbeitsinstrument. Rückmeldungen ans JAA-Team werden erfasst und Wünsche ans System werden im Backlog aufgenommen. Der Start der Pilotierung ist noch vor der Sommerpause geplant und erfolgt hauptabteilungsweise. Bis nach den Sommerferien sollen alle vier Hauptabteilungen die vordefinierten Pilotverfahren (meist einfache Routinefälle) digital in der JAA bearbeiten.
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