Das kantonale Programm e-Justice beschäftigt sich bereits seit 2019 mit der digitalen Transformation der Justiz und konnte in dieser Zeit einige Projekte umsetzen. 2024 wurde nun eine Vereinbarung mit dem Freiburger Anwaltsverband geschlossen, um in der Digitalisierung gemeinsam voranzuschreiten. In diesem Schritt sieht Verbandspräsident Bertrand Morel einen entscheidenden Faktor für das Gelingen der digitalen Transformation: «Diese Zusammenarbeit entstand aus der gemeinsamen Erkenntnis, dass die Digitalisierung der Justiz nur erfolgreich sein kann, wenn sie von Anfang an alle Akteure einbezieht – einschliesslich der Anwältinnen und Anwälte.» Diese neuartige strategische Partnerschaft sei in der Schweiz einzigartig.
Mit der Pilotierung der Plattform justitia.swiss sollen Anwältinnen und Anwälte über die Plattform direkt auf die von ProofBox verarbeiteten digitalen Beweismittel zugreifen können. «In aktuellen Ermittlungen ist es keine Seltenheit, dass die Polizei Tausende von Dateien in verschiedensten Formaten beschlagnahmt. Es war entscheidend, dass wir den sicheren Austausch dieser Daten über die Plattform justitia.swiss ermöglichen und endlich die Übergaben per USB-Stick mit allen damit verbundenen Sicherheitsrisiken beenden konnten», erläutert Berclaz die Hintergründe der ProofBox. Der Pilot werde nun auch den Test von grossen und komplexen Datentransfers ermöglichen.
Sowohl in Bezug auf die Arbeit mit der ProofBox als auch im Zusammenhang mit der Plattform justitia.swiss wird der Sicherheit sowie der Etablierung angepasster Prozesse im Kanton Freiburg viel Gewicht gegeben. Gemäss Bertrand Morel sind technologische, aber auch organisatorische und menschliche Faktoren wichtig, um die Datensicherheit in Anwaltskanzleien zu gewährleisten: von starken Passwörtern über Regelungen zum Zugriff auf Dateien in den jeweiligen Organisationen bis hin zur kontinuierlichen Schulung und Sensibilisierung der Mitarbeitenden: «Die beste Technologie wird die Wachsamkeit eines geschulten Geistes niemals ersetzen können.»
«Diese Zusammenarbeit entstand aus der gemeinsamen Erkenntnis, dass die Digitalisierung der Justiz nur erfolgreich sein kann, wenn sie von Anfang an alle Akteure einbezieht – einschliesslich der Anwältinnen und Anwälte.»
«In aktuellen Ermittlungen ist es keine Seltenheit, dass die Polizei Tausende von Dateien in verschiedensten Formaten beschlagnahmt. Es war entscheidend, dass wir den sicheren Austausch dieser Daten ermöglichen und endlich die Übergaben per USB-Stick mit allen damit verbundenen Sicherheitsrisiken beenden konnten.»
Im Rahmen von Justitia konkret tauschten sich im September 2025 Vertreterinnen und Vertreter von Justiz und Anwaltschaft bei einem Round Table aus. Dabei blickten sie zurück auf die Anfänge der Pilotprojekte in ihren Kantonen, zeigten unterschiedliche...
Die Gerichte Basel-Landschaft haben den Pilotbetrieb im Rahmen der Konzeptphase des Projekts «DTG – Digitale Transformation der Gerichte BL». Im Fokus steht die Nutzung der Plattform justitia.swiss, zunächst beim Zwangsmassnahmengericht (ZMG) und in...
Die Digitalisierung hält Einzug in die Schweizer Justiz, und mit ihr die Notwendigkeit einer durchdachten internen Kommunikation, welche den Ansatz verfolgt, Technik und menschliche Bedürfnisse zu verbinden. Das Projekt Justitia 4.0 hat sich bei Marilena...