Fachgruppenplenum III: Sandboxen und ein Blick über die Grenze

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Seit dem Kick-off anfangs 2019 befindet sich das Projekt Justitia 4.0 in der Konzeptphase. In acht verschiedenen Fachgruppen formulierten Richterinnen, Anwälte, Staatsanwältinnen und IT-Fachleute unter anderem ihre Bedürfnisse an die Justizplattform bzw. die eJustizaktenapplikation, sie befassten sich mit der bevorstehenden Transformation in den Organisationen oder mit Fragen rund um die Gesetzgebung und Datenschutz. Daneben wurden mit verschiedenen Sandboxen (produktionsnahe Piloten) getestet, wie beispielsweise bestehenden IT-Landschaften der Kantone mit der Plattform verknüpft werden können bzw. wie sich verfahrensbeteiligte Personen (Anwälte/Anwältinnen, Geschädigte) auf der Justizplattform einloggen können, um Dokumente einzusehen. Ebenfalls wurde der Aktenaustausch zwischen Staatsanwaltschaft und Gericht abgebildet und getestet. So konnten Erfahrungen im Hinblick auf die Benutzerfreundlichkeit, Machbarkeit, Gesetzeskonformität oder die administrativen Prozesse gemacht werden. Gleichzeitig ging der Blick ins Ausland nach Österreich und Baden-Württemberg, wo der elektronische Justizarbeitsplatz bereits eingeführt ist. An einem virtuellen Fachgruppenplenum nahmen am 18. November 2020 über 100 Vertreterinnen und Vertreter aus der Justiz teil und liessen sich über die Vorbereitungsarbeiten und den Projektstand informieren. Die Feedbacks waren rundum positiv, das Interesse und das Engagement weiterhin sehr gross. Das Projekt geht mit der Ausschreibung der Plattform anfangs 2021 in die Umsetzungsphase.

Jacques Bühler, Gesamtprojektleiter von Justitia 4.0, freut sich, dass «wir in diesem Jahr einen grossen Schritt vorwärts gemacht haben. Die künftigen Nutzerinnen und Nutzer haben in den Fachgruppen, den Sandboxen und mit dem Testen ausländischer Lösungen wichtige Vorarbeiten geleistet. Die Corona-Krise hat allen Beteiligten einmal mehr gezeigt, wie wichtig die Digitalisierung der Justiz ist, damit künftig ortsunabhängig und jederzeit Dokumente eingereicht und Akten eingesehen werden können.»